Leichtathletik

Kleine Linn La 1Es war eine Freude zu sehen, wie Linn-Lara Kleine bei den deutschen Jugendmeisterschaften in Ulm mühelos und locker auf der Zielgeraden nach fast 3000 Metern ihrer Konkurrentin davon lief. Aber leicht waren für die aus Hamm stammende 16jährige die Monate seit Herbst 2016 nicht, denn sie brachten für sie einschneidende Umstellungen.

Weg aus dem Elternhaus, neue Unterkunft und Verpflegung, neuer Verein und eine neue Schule, das musste die zierliche Läuferin, die innerhalb kurzer Zeit zu einer der Leistungsträgerinnen der LG Olympia geworden ist, erst einmal schaffen.

„Die Umstellung war gar nicht so schwierig. Ich habe mich gut eingelebt, alle waren nett zu mir und ich komme mit allen gut zurecht“, hatte sie mit ihrem neuem Umfeld keine Probleme. Einsamkeit kennt sie nicht, denn sie wohnt im Sportinternat bei der WIHOGA und genießt dort in Steven Orlowski, Mohamed Mohumed und Steffen Baxheinrich aus Oelde männlichen Schutz. „Die Kontakte innerhalb unserer Trainingsgruppe bei der LG Olympia sind ganz hervorragend. Wir sind eine tolle Truppe“, freut sie sich.

Auch das Goethe-Gymnasium, das nur drei Bus-Haltestellen entfernt liegt, mit seinen vielen Fördermöglichkeiten für Leistungssportler weiß sie zu schätzen. „Ich kann ein Frühtraining absolvieren, muss nicht am regulären Sportunterricht teilnehmen und kann während dieser Zeit mein eigenes Training durchführen“, ist sie auf der NRW-Sportschule glücklich. Sieben Mal schnürt sie in der Woche die Schuhe, wobei Schnelligkeit, Ausdauer und leichtes Krafttraining im Mittelpunkt stehen. Vor allem ihre Grundschnelligkeit hat sie erheblich verbessert, und das kam bei ihren 800-Meter-Läufen zum Ausdruck. Trainer Pierre Ayadi wacht sorgsam darüber, dass sie bei ihrem Trainingsfleiß nicht überzieht. Linn-Lara ist eine hervorragende Schülerin, und sie hat sich für das „G9“ entschieden, um zu großen schulischen Druck zu vermeiden.

Lueckenkemper Gina Halbfinale 06.08.17 jiKreisGina Lückenkemper (LG Olympia Dortmund), die am Samstag mit ausgezeichneten 10,95 Sekunden im 100m-Vorlauf  erstmalig die begehrte 11-Sekunden-Marke unterbot, konnte diese Super- Zeit im Halbfinale nicht wiederholen. Mit 11.16 Sekunden kam sie als Sechste nicht in das Finale. Trotzdem zeigte sie sich zufrieden. Mit ihrer Vorlauf-Zeit von 10,95 Sekunden hätte Gina Lückenkemper im Finale Bronze gewonnen.

Endlauf-Luft schnuppern kann die Dortmunderin eventuell noch mit der 4x100m-Staffel. Der Vorlauf über 4x100m findet am kommenden Samstag statt. In einem Interview mit dem Internet-Portal Leichtathletik.de kommentierte Gina Lückenkemper ihren Halbfinal-Auftritt wie folgt:

„So eine Zeit wie im Vorlauf läuft man nicht alle Tage. Es wäre das Nonplusultra gewesen, heute noch einmal unter elf zu laufen. Ich möchte diese Zeit bestätigen. Es hat heute noch nicht sein sollen. Mit dem Rennen bin ich durchaus zufrieden. Im freien Laufen hatte ich zwei, drei kleine technische Fehler. Die hatte ich gestern nicht, da hat einfach alles gepasst. Über die Zeit von gestern habe ich mich einfach nur gefreut. Ich freue mich heute noch darüber. Genauso habe ich mich darauf gefreut, noch einmal auf die Bahn zu gehen und das zu tun, was ich liebe. Mit einer 11,16 kann ich zufrieden sein. Es gibt auch noch die Staffel. Da wird es auch noch einmal gut schnell werden“



Käppler Franziska jiDortmunds junge Leichtathleten traten schon mit viel Optimismus zu den deutschen Jugend-Meisterschaften in Ulm an - und der war berechtigt. Hervorragende Leistungen der Akteure brachten viermal Edelmetall-Plaketten, von denen zwei golden glänzten, zudem drangen sie in sieben Entscheidungen vor. Pierre Ayadi, sportlicher Leiter der LG Olympia, zog eine positive Bilanz: „Unser Team hat einen tollen Eindruck hinterlassen und alle haben ihre Mannschaftskameraden hervorragend unterstützt. Die Leistungen sprechen für sich und die ausgezeichnete Arbeit der Trainer.“

Nach den 3000-Meter-Siegen von Linn-Lara Kleine und Elias Schreml am ersten Tag der Titelkämpfe trumpften Patricia de Graat und Franziska Käppler am Wochenende über die klassischen Mittelstrecken auf. Im 1500-Meter-Finale der U 20 wurde zunächst gebummelt, aber Partricia blieb der favorisierten Joana Straub auch dann auf den Fersen, als diese das Tempo anzog und beide sich vom Feld absetzten. Eingangs der Zielgeraden versuchte die LGOerin an ihrer Rivalin vorbei zu kommen, schaffte es aber nicht ganz. Nach 4:34,20 Minuten wurde sie, wie schon in der Halle, Vizemeisterin. Damit stand sie seit ihrem 1500- Meter-Sieg in der U 18 von 2015 stets auf dem Siegertreppchen und trug zu mehreren Mannschafts- und Staffeltiteln der LGO bei. Eine tolle Bilanz bevor sie zu den Juniorinnen aufrückt.

Senkrechtstarterin der Saison war Franziska Käppler (beide LG Olympia), als sie „aus dem Nichts“ mit schnellen 800-Meter-Zeiten aufwartete und sich für Ulm qualifizierte. Mühelos drang sie jetzt in das 800-Meter-Finale vor. Klug ging sie dann das hohe Tempo der beiden Führenden nicht mit. Als sie auf der Zielgeraden attackierte, war ihr der dritte Platz in 2:10,62 Minuten nicht mehr streitig zu machen.

Lueckenkemper Richter2 ji jiOlympiasiegerin Annegret Richter verfolgte am Fernsehen gebannt den 100-Meter-Vorlauf der Frauen bei der WM in London und freute sich riesig über die 10,95 Sekunden von Gina Lückenkemper (LG Olympia).

„Ich war sicher, dass Gina irgendwann unter 11 Sekunden bleiben würde, habe es aber von ihr nach den vielen Belastungen während dieser Saison jetzt noch nicht erwartet“, kommentierte sie die glänzende Leistung der LGOerin. „Bei diesem Lauf passte einfach alles, und das Tolle ist, dass sie im Gegensatz zu anderen Sprintern, die im Vorfeld so hochgejubelt werden, ihre Leistung auch bei großen Wettkämpfen bringt.“

Annegret Richter hat aber auch festgestellt, dass die Reaktionszeit nach dem Startschuss noch eine Schwäche Ginas ist, weiß aber auch, wie schwer es ist, das zu verbessern. Sie selbst verfügte einst über ausgezeichnete Reaktionswerte.

Lueckenkemper Uli Kunst jiNach dem Sprint in die Leichtathletik-Geschichtsbücher kullerten bei Gina Lückenkemper ein paar Tränchen. Am Samstagmittag war der 20-Jährigen im WM-Vorlauf im Londoner Olympiastadion Historisches gelungen. Mit 10,95 Sekunden blieb sie als erste Deutsche seit 26 Jahren über 100 Meter unter der magischen Elf-Sekunden-Marke und steigerte ihre Bestleistung um sechs Hundertstelsekunden.

Die letzte Sprinterin, der das gelungen war, hieß Katrin Krabbe. Die Neubrandenburgerin war am 27. August 1991 bei ihrem WM-Triumph in Tokio 10,99 Sekunden gelaufen. „Ich bin einfach unfassbar glücklich, ich habe meine persönliche Schallmauer durchbrochen. Ich wusste, dass diese Zeit in mir steckt. Auch mein Trainer Uli Kunst wusste, dass ich es kann“, jubelte die Deutsche 100-Meter-Meisterin von der LG Olympia Dortmund. Mit 10,95 Sekunden stürmte die 20-Jährige auf Platz sechs der ewigen deutschen Bestenliste. Alle fünf vor ihr liegenden Sprinterinnen – angeführt von der deutschen Rekordlerin Marlies Göhr (SC Motor Jena; 10,81 sec) – liefen ihre Top-Zeiten in den 80er-Jahren im DDR-Trikot.

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