Leichtathletik

Schreml Elias jiKreisSchon im Vorfeld der deutschen Jugend-Meisterschaften erlebten die Organisatoren der LG Olympia eine böse Überraschung. Durch die Sommerferien waren die Unterkunftspreise an der Ostsee geradezu explodiert und die Kosten drohen aus dem Ruder zu laufen.

Da kam die großzügige Unterstützung durch Dr. Uwe Büscher, dem Vorstand der Dortmunder Hafen AG, gerade recht. Sieben Stunden war das umfangreiche Dortmunder Team mit dem Bus unterwegs und die sportliche Leitung der LGO nutzte die Gelegenheit zu einer eingehenden Besprechung. Zu bereden gab es allerhand, denn bereits am 18. August werden die Mittel- und Langstreckler zur Erholung von einer strapaziösen Saison und zur Vorbereitung auf die Herausforderungen des Herbstes für drei Wochen ihr Quartier in der Dortmunder Hütte im 2000 Meter hoch gelegenen Kühtai aufschlagen.

Die angeschlagene Linn-Lara Kleine hatte die Fahrt nach Rostock gar nicht erst angetreten. Bei Durchsicht der Ergebnisliste konnte sie aber feststellen, dass ihr der 3000-Meter-Titel kaum streitig zu machen gewesen wäre. Aber Trainer Pierre Ayadi wehrte alle Spekulationen ab: „Ihre muskulären Probleme sind zwar nicht besorgniserregend, aber schließlich haben wir auch eine Fürsorgepflicht und dürfen Linns eventuelle Teilnahme an den olympischen Jugendspielen in Buenos Aires nicht gefährden.“

Zum Schutz vor der Hitze hatten die LGOer im Stadion zwei große Zelte aufgebaut. Darüber hinaus hatte man einen Bus-Shuttle eingerichtet, so dass die Athleten im Stadion keine Wartezeiten hatten und zwischendurch zum Duschen ins Hotel gebracht werden konnten.

Symbol KameraElias Schreml schrammte über 1.500m nur knapp an einer Medaille vorbei.
(Foto: Yoshi Müller)

Kornobis Martin Gladbeck jiEine Woche lang hatte Martin Kornobis mit Trainer Friedrich Barth an seiner Kugelstoßtechnik gefeilt, und das zahlte sich aus. Dreimal flog der Eisenball über die 16-Meter-Marke hinaus und brachte dem Drehstoßer auf Rang 5 einen nicht erwarteten Achtungserfolg.

Bis auf drei Hundertstel kam Benjamin Bablich mit ausgezeichneten 49,40 Sekunden im 400-Meter-Halbfinale an seine Bestzeit heran, doch reichte das nicht für die Entscheidung. Als Achter beendete Constantin Feist die 2000 Meter Hindernis in Bestzeit von 6:02,51 Minuten. Großes Lob verdiente sich Angelina Geitz über 3000 Meter der U18. Sie trotzte mit einem mutigen Lauf der Hitze, erzielte als einzige Läuferin Bestzeit und belegte mit 10:30,92 Minuten Rang 6. Einen guten Eindruck hinterließ Amina Aletic auf Rang 4 des 3000-Meter-Bahngehens in 16:35,60 Minuten.

Über 800 Meter der U18 überzeugte Lasse Funck, der erst sein einem knappen Jahr gezielt trainiert, auf Platz 6 in Bestzeit von vorzüglichen 1:56,43 Minuten und David Krasemann erfüllte auf Platz 6 bei einem weiteren Bummelrennen über 3000 Meter nach 9:49,23 Minuten die Erwartungen.„Stabi“ Jonas Wolf hat sein Sprintvermögen stark verbessert, doch führte das dazu, dass er in der Windlotterie den Absprung nicht richtig erwischte. Er musste mit 4,30 Metern (9.) zufrieden sein und feststellen, dass seine Bestleistung von 4,60 Metern zum Titel gereicht hätte. Im Hochsprung meisterte die beständige Emma Bol als Siebte 1,65 Meter.

Das 4x100-Meter-Quartett der MU 20 steigerte sich mit Jonas Wolf, Selim Jaeschke, Benjamin Bablich und Oskar Breer als 13. 43,27 Sekunden und ließ hoch eingeschätzte Konkurrenten hinter sich. Maximilian und Constantin Feist erwiesen sich als faire Sportler und traten trotz ihrer bisherigen kräftezehrenden Einsätze noch über 3x1000 Meter an, um Michael Wilms einen angemessenen Ausstand zu ermöglichen. Nach 7:32,62 Minuten belegte das Trio gegen 22 Konkurrenten Rang 12.

Weitere Ergebnisse
MU 20, 1500 m: 11. Max Nores 4:15,26 Min. - 5000 m: Max Nores 15:49,80 Min. - 2000 m Hindernis: 13. Sebastian Nihues 6:17,90 Minuten – WU 20, Diskus: 15. Leonora Ahmetaj 40,12 m – 400 m Hü: Carla Bol 64,94 Sek. - 2000 m Hi.: 10. Lara Reifers 7:23,36 Min. -MU 18, 1500 m: Derk Steffens 4:35,70 Min. (Vorlauf 4:20,61) –

Symbol KameraMartin Kornobis gefiel im Kugelstoßen mit Rang fünf.
(Foto: Peter Middel)

Käppler Franziska jiZwar erfüllten sich bei den deutschen Jugend – Leichtathletik – Meisterschaften in Rostock, nicht alle hoch gesteckten Hoffnungen der LG Olympia, dennoch gab es für das große Dortmunder Team Grund zu Jubeln. Drei Edelmetall – Plaketten erkämpften die Dortmunder und standen darüber hinaus zehn Mal auf dem Siegerpodest.

Zum Höhepunkt wurde der „goldene“ Stabhochsprung von Constantin Rutsch, der sich nach spannendem Kampf in der MU 20 mit 4,95 Metern durchsetzte. Trotz der zurück liegenden Reisestrapazen fühlte sich die leicht verschnupfte Zoe Jakob gut und ging in der WU 20 hoch motiviert an den Start. Erst bei 3,60 Meter griff sie zum Sprungstab und jede Höhe bis 3,90 Meter überwand sie mit dem ersten Anlauf. Das war die Vizemeisterschaft wert und Zoes deutsche Jahresbestleistung von 4,10 Metern blieb bestehen.Der favorisierte Mohamed Mohumed ließ sich im 5000 – Meter – Hitzerennen der MU 20 vom „Schlafwagentempo“ der Konkurrenz anstecken und wurde im Spurt auf Platz 2 verwiesen. „Natürlich war es nicht möglich bei diesem Wind und der Hitze, das Rennen von der Spitze weg zu laufen. Aber Mohamed hätte sich dann doch nicht auf eine Spurtentscheidung einlassen dürfen.“, meinte Coach Ayadi. Mit 15:40,46 blieb sein Schützling rund eineinhalb Minuten über seiner Bestzeit, die ihm die U20 – WM – Teilnahme einbrachte. Leider blieben die erhofften Mittelstrecken - Medaillen aus und nimmt man die Bestzeiten der Akteure als Maßstab, so war erheblich mehr möglich. In dem engen Ausgang der 800 Meter kam Steffen Baxheinrich nach 1:52,83 Minuten auf Rang 6. Auch über 1500 Meter wurde die Bummelei den LGOern zum Verhängnis. Elias Schreml und Maximilian Feist rieben sich in Positionskämpfen auf und mussten zum Teil lange Wege gehen, um Anschluss zu halten. So fehlte am Schluss die Kraft zur entscheidenden Attacke. Schreml lief nach 4:07,23 Minuten als Vierter ins Ziel, Feist folgte nach 4:09,30 auf Platz 9 und damit blieben beide unter Wert.Riesenpech für Franziska Käppler. Mit ausgezeichneten 2:14,19 Minuten hatte sie sich in das 800 – Meter – Finale gekämpft, dann kam sie jedoch im Positionsgerangel zu Fall und gab auf.

Symbol KameraFranziska Käppler kam im 800m-Finale zu Fall; Foto: Peter Middel

Rutsch Constantin jiSpannender kann kein Krimi sein, als der Stabhochsprung der MU 20 bei den deutschen Jugendmeisterschaften in Rostock. Bis zum letzten Durchgang zitterten Trainer und Eltern mit Constantin Rutsch (LG Olympia) bis feststand, dass der 18jährige mit 4,95 Metern die Goldmedaille sicher hatte.

Schon bei der Einstiegshöhe begann das Pokern als der Schützling von Kai Atzbacher erst bei 4,55 Metern einstieg, während seine härtesten Konkurrenten den Wettbewerb schon bei 4,40 Metern aufnahmen. Die Entscheidung fiel, als Rutsch mit dem zweiten Anlauf die 4,95 Meter meisterte. Sein Rivale Andreas Bechmann aus Frankfurt verzichete nach zwei Fehlversuchen über diese Höhe auf den dritten Versuch und ließ 5,00 Meter auflegen. Die schaffte er nicht und der LGOer konnte jubeln. Er versuchte sich noch an seiner Bestleistung von 5,05 Metern, aber da war die Luft heraus und er scheiterte dreimal. „Ich hatte mit Platz 4 oder 5 gerechnet, aber doch mit einem Auge Richtung Medaille geschielt.“, gestand er. Als er bei den NRW – Meisterschaften in Bottrop erstmals die fünf Meter meisterte, „da war das wie eine Befreiung.“

Erste Versuche im Kindergarten

Rutschs Stabhochsprungkarriere begann im Kindergarten mit einer Platzwunde am Kopf, als er sich an einem Stock in eine Sandgrube schwingen wollte, daneben aufkam und ins Krankenhaus gebracht werden musste. Das schmälerte aber nicht seine Begeisterung für diese technisch schwierige Übung. Seinen ersten großen Erfolg feierte er als er mit 4,10 Metern westfälischer U 18 Hallenmeister wurde. Von da an ging es mit ihm ständig aufwärts. Vier- bis fünfmal trainiert Rutsch, der auch Schule und Sport unter einen Hut bringt und im Juni das Abitur schaffte, in der Woche. Kai Atzbacher legt dabei besonders Wert auf Technik und gezielte Turnübungen. Dafür hat er ein spezielles Gerät gebaut, an dem seine Schützlinge den Aufschwung üben. Rutschs Abschlusstraining bestand während der letzten Tage vor den Titelkämpfen vor allem aus Sprüngen aus dem langen Anlauf heraus, bei denen er den Stab höher gegriffen hat. „Ich habe gewusst, dass ich es schaffen kann, aber der Salto Nullo von den Jugendmeisterschaften in Duisburg war immer bei mir im Kopf, und ich war nervös.“, gibt er zu.„Ich muss jetzt erst einmal meine Eltern herzen.“, verabschiedete er sich eilig. 

Symbol KameraConstantin Rutsch versuchte sich bereits im Kindergarten im Stabhochsprung. Foto: Peter Middel 

Junker Torben. Porträt jiDer Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) hat am Mittwoch sein komplettes Team für die Europameisterschaften in Berlin (6. bis 12. August) bekanntgegeben. Mit 128 Athleten (66 Männer und 62 Frauen) ist die DLV-Mannschaft groß wie nie zuvor bei kontinentalen Titelkämpfen und mit fünf Titelverteidigern, einem Weltklasse-Trio im Speerwurf und weiteren Top-Athleten stark aufgestellt für die Heim-EM. Unter den Nominierten sich zahlreiche Athletinnen und Athleten aus westfälischen Vereinen.

„Wir haben nicht nur ein sehr großes, sondern aus meiner Sicht auch ein sehr ambitioniertes Team, das um jeden einzelnen Zentimeter kämpfen und die Zuschauer bei der EM in Berlin begeistern wird“, sagte der Leitende Direktor Sport Idriss Gonschinska zur Nominierung.Angeführt wird die Mannschaft von den aktuell drei besten Speerwerfern der Welt Olympiasieger Thomas Röhler (LC Jena), Weltmeister Johannes Vetter (LG Offenburg) und dem Deutschen Meister Andreas Hofmann (MTG Mannheim), die in der bisherigen Saison mit ihren 90-Meter-Würfen beeindruckten.

Von der LG Olympia Dortmund wurde Torben Junker (Foto) erwartungsgemäß für die 4x400m-Staffel benannt. Der LGOer belegte bei den Deutschen Meisterschaften in Nürnberg im 400m-Lauf in 46,13 Sekunden den fünften Rang und empfahl sich damit für das Deutsche Quartett.

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