Leichtathletik

Junker Torben. Porträt jiDas hatte sich der deutsche 400-Meter-Hallenmeister Torben Junker (LG Olympia) anders vorgestellt. Als in Berlin die Finalisten des Langsprints ihre Startblöcke einbauten, verfolgte er das Geschehen zusammen mit Christina Honsel und den übrigen LGOern von der Tribüne aus. Das tat weh, denn eigentlich hätte er ebenfalls auf der Bahn stehen wollen, und davon gab es zuvor keinen Zweifel.

„Aber durch meine duale Karriere bin ich in diesem Jahr einfach an meine Grenzen gestoßen. Ich konnte nie richtig regenerieren und das mündete dann in eine schwere Verletzung“, sucht er eine Erklärung für seine Verletzung. Als er aus Japan zurückkam, musste er durch Personalengpässe deutlich mehr arbeiten als sonst. Teilweise saß er über 50 Stunden in der Woche an seinem Schreibtisch.

„Dazu das harte Training, das war einfach zu viel für meinen Körper“, hat er im Nachhinein erkannt. „Das heißt für mich, dass ich in Zukunft meine Arbeitszeit reduzieren muss, damit ich mich im nächsten Jahr besser auf den Leistungssport konzentrieren kann.“ Zugleich stellte er fest: „Über Manuel Sanders Leistung habe ich mich sehr gefreut. Er hat sich das ganze erste Halbjahr über schon sehr stark gezeigt und konnte jetzt endlich die Leistung auf den Punkt abrufen.“

Ziel "Tokio" bleibt bestehen
Leider traten Junkers Beschwerden an der Achillessehne immer wieder auf. „Es gab einzelne Tage, an denen ich keine Schmerzen hatte, aber bei jeder Belastung traten sie wieder auf. Bei jedem Tempolauf rollte es bis zu den 300 Metern gut, aber dann wurden die Beine schwer wie Blei“, klagt Junker. Er wird nun die Konsequenzen ziehen und die Saison beenden. „Ich werde mich nun in intensive ärztliche Behandlung begeben und erst dann wieder trainieren, wenn ich absolut schmerzfrei bin“, hat er sich der 26jährige vorgenommen. Auch an Urlaub ist zur Zeit nicht zu denken. „Durch die hohe Arbeitsbelastung ist das erst im November möglich“, erklärt er. Pläne für die Saison 2020 macht Torben Junker zur Zeit keine, doch werde alles auf das Ziel „Tokio“ ausgerichtet sein, sagt er und daran will er mit gesunden Sehnen und Muskeln arbeiten.