Leichtathletik

Sanders Manuel Berlin nach 300m ji KreisManuel Sanders ließ bei den 119. Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften in Berlin eine große Dortmunder Leichtathletik-Tradition aufleben. Im 400m-Finale gewann der 21-jährige Dortmunder Viertelmeiler in der neuen persönlichen Bestzeit von 45,86 Sekunden überraschend den Titel vor Marvin Schlegel (LAC Erdgas Chemnitz; 46,12 sec) und Tobias Lange (TSV Bayer 04 Leverkusen; 46,27 sec).

„Ich wusste nach den U23- Europameisterschaften in Gävle, als ich in der 4x400m-Staffel die Stadionrunde fliegend in 45,1 Sekunden zurücklegte, dass ich etwas drauf hatte. Mit solch einer Steigerung und dem Titelgewinn hatte ich natürlich nicht gerechnet“, befand der Überraschungssieger von Berlin, der bei der TSG Dülmen groß geworden ist und zum Jahreswechsel zur LG Olympia Dortmund wechselte.

Manuel Sanders lag bei seinem Erfolg bei 300 Meter noch an dritter Stelle. Auf der Zielgeraden profitierte er von seinem enormen Stehvermögen und bog das Rennen noch um. „Da ich auf den letzten Metern unwahrscheinlich stark bin, war ich mir ziemlich sicher, dass ich da noch einiges machen konnte. Dass im Endeffekt alles zu meinen Gunsten ausgegangen ist, muss jetzt erst einmal verarbeiten“, meinte Manuel Sanders.

Sanders hat seine Steigerung vor allem Thomas Kremer zu verdanken
Seine jüngste Steigerung verdankt er vor allem seinem Coach Thomas Kremer, der bei der Trainingsdosierung beim ihm das richtige Maß gefunden hat. Der 2m-große Viertelmeiler arbeitet bei einer Evenagentur und kann Beruf und Sport gut unter einen Hut bringen. Mit seinem Arbeitgeber hat er abgesprochen, dass er nur 15 Stunden in der Woche arbeitet. Bessere Rahmenbedingungen kann sich der frischgebackene deutsche 400m-Meister somit nicht wünschen. Manuel Sanders äußerte direkt seinem bisher größten Triumph Mitgefühl für seinen 400m-Kollegen Torben Junker, der nach seiner verletzungsbedingten Auszeit in Berlin noch nicht wieder fit war und als Vorlauf-Vierter in 47,42 Sekunden nicht weiterkam. Für den Vorjahreszweiten war dieses Ausscheiden besonders bitter, weil muss nun seine Hoffnungen auf die Teilnahme an der Team-EM am kommenden Wochenende in Bydgosz und an der Weltmeisterschaft vom 27. September bis 6. Oktober in Doha (Katar) endgültig begraben.

Der Traum von einer Medaille ging auch für Christina Honsel nicht in Erfüllung: Die frischgebackene Zweite der U23-EM konnte ihre kürzlich übersprungenen 1,92 Meter nicht bestätigen und musste sich mit der für sie bescheidenen Höhe von 1,80 Meter zufriedengeben. An 1,84m versuchte sie sich dreimal vergeblich.

Begeistert von der großartigen Atmosphäre
Im 3000m-Hindernislauf zeigte sich Sascha van Staa (LC Rapid) bereits vor dem Finale begeistert von der großartigen Atmosphäre im Olympiastadion. Allerdings beflügelte diese Kulisse ihn nicht zu einer neuen Saisonbestleistung. Der 27-jährige Rapido beendete das Finale als 15. in 9:17,47 Minuten und war damit nicht zufrieden: „Da ich mich gut auf diese Meisterschaften vorbereitet hatte, hätte ich gerne bessere Zeit erzielt. Dennoch hat mir das Rennen im Olympiastadion viel Spaß gemacht. Mein Ziel war immer, dort einmal zu laufen.“ Keinen einfachen Stand hatte auch der LGOer Constantin Feist, der in 9:20,18 Minuten 16. wurde. Im Hinblick auf seine weitere Entwicklung bildete das Rennen jedoch eine wichtige Erfahrung für ihn.

Taktisch klug gestaltete Steffen Baxheinrich seinen 1500m-Vorlauf. Der Lohn für seinen Einsatz: In 3:49,86 Minuten gelang dem Schützling von Pierre Ayadi die erhoffte Finalteilnahme. Im Endlauf gab es ein Bummelrennen, das Steffen Baxheinrich als Zehnter in 3:59,05 Minuten beendete. Für seinen Teamkollegen Maximilian Feist war bereits im Vorlauf (3:55,88 Min.) Endstation. Steven Orlowski konnte verletzungsbedingt erst seit kurzer Zeit wieder richtig trainieren. Unter diesem Aspekt war für ihn im 5.000m-Lauf mit dem 22. Rang in 14:51,90 Minuten nicht mehr zu erwarten.

Bei den deutschen Jugendmeisterschaften vor einer Woche in Ulm musste sich Zoe Jakob im Stabhochsprung noch mit der Höhe von 3,71m begnügen und war damit überhaupt nicht zufrieden. Im Berliner Olympiastadion ging es für sie wieder mit 3,91m, die sie im ersten Versuch meisterte, deutlich bergauf, doch bei 4,01m war für sie Endstation. Dennoch der zwölfte Rang bei den Erwachsenen ist für die 18-jährige Stabartistin aller Anerkennung wert.

Symbol KameraManuel Sanders (Mitte) setzt im 400m-Finale zu seinem erfolgreichen Finish an.
(Foto: Peter Middel)

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