Leichtathletik

Nowottny Hupka Rita jiKreisMarathon? Ist doch viel zu kurz! Ultraläufe jenseits der klassischen Distanz, die sind das Ding von Rita Nowottny-Hupka (LT Wischlingen/LG Ultralauf, Foto). Schaut man auf ihre Wettkampfpläne, so richtet sich ihr Fokus auf Langstreckenrennen über 100 Kilometer, und darauf bereitet sie sich mit Wettkämpfen über sechs Stunden vor.

Die Vorbereitung auf die Saison 2019 startete sie Mitte Februar, als sie zum Aufgalopp ein Rennen über 63 Kilometer nach 6:45:18 Stunden auf dem Kölner Grüngürtel für sich entschied und sorgte jetzt auf einem 2,8-Kilometer-Rundkurs in Warendorf für den ersten Höhepunkt. Die noch 59jährige, die erst am 2. Oktober ihren 60. Geburtstag feiert, legte in sechs Stunden 65,28 Kilometer zurück und stellte damit einen neuen deutschen Rekord für ihre Kategorie auf. Diese Leistung wäre sogar Weltrekord, doch nach den internationalen Altersklassen-Regeln ist nicht der Jahrgang, sondern der tatsächliche Geburtstag für die Anerkennung entscheidend.

Die Bedingungen auf dem Bundeswehrgelände in Warendorf, waren alles andere als bestzeitenreif. Teilweise zur Seite abfallendes Kopfsteinpflaster und Finnenbahnboden erschwerten den 600 Teilnehmern ihre Aufgabe. Zudem peitschte ihnen auf den Geraden ein eisiger Wind entgegen. Aber Rita Nowottny-Hupka ist keine Schönwetterläuferin. „Von 63 Kilometern hatte ich geträumt, bin einfach nur losgelaufen und wusste nicht, wo sich meine Konkurrentinnen befinden. Aber ich war froh als die sechs Stunden vorbei waren und war von meinem Rekord sehr überrascht“, kommentierte sie ihr Rennen.

Rita Nowottny-Hupka trainiert bis zu 140 km in der Woche
Im vergangenen Jahr nahm Rita Nowottny-Hupka an sieben Ultraläufen mit einen Gesamtstrecke von 627,626 Kilometern teil, und mit ihren am 10. März 2018 in Rheine erzielten 9:37:20 Stunden nimmt sie in der Weltrangliste der W55 den fünften Platz ein.Ihr Fernziel ist der über 160 Meilen führende Mauerlauf in Berlin. Dabei erfolgt der Start am 17. August um 6.00 Uhr und Zielschluss ist nach 30 Stunden am 18. August um 12.00 Uhr. Darauf richtet die Sozialarbeiterin ihre ganze Wettkampfplanung ein und steigert ihren Trainingsumfang von Woche zu Woche bis auf 140 Kilometer. Einmal in der Woche absolviert sie ein Intervalltraining über zehn Kilometer. Für sie ein Sprint.

„Ich liebe das Laufen und bin ein Organisationstalent. Nur so bekomme ich Training, Wettkämpfe und Beruf unter einen Hut“, sagt sie. Es ist wichtig, dass man bei langen Läufen nicht in einen „langsamen Trott“ gerät, sondern die Anspannung hoch hält, und die Wischlingerin hat dagegen ihr eigenes Rezept: „Meine Läufe über sechs Stunden und länger, gehe ich völlig rational an und lebe von ganz von meiner mentalen Kraft,“ sagt sie und verrät ihre Motivation: „Die Ultraläufe machen mir viel mehr Spaß als kürzere Distanzen weil man da nicht so schnell laufen muss. Hinzu kommt, dass die Ultra-Szene eine sehr disziplinierte, hilfsbereite, nette, große Familie ist.“ Zwei Einsätze über sechs Stunden stehen bis Ende April an, bevor sie am 4 Mai in Wuppertal zum ersten Hunderter dieses Jahres antritt. Der nächste folgt Mitte Juni in der Lüneburger Heide und sogar über 12 Stunden führt Ende Juli ein Rennen in Bünde.„Ich habe für die nächsten Monate nur den einen Wunsch, gesund zu bleiben“, so die unermüdliche Dauerläuferin.