Leichtathletik
csm Hense Anna mit logo c63aadcfbbWegen eines Muskelfaserrisses, den sie sich im Mai 2019 zugezogen hatte, konnte Anna Malia Hense (LG Olympia Dortmund) fünf Monate lang nicht trainieren. Dank ihres eisernen Willens gelang der 16-jährigen Langsprinterin, die dem goldgas Talent-Team angehört, während der Hallensaison 2019/2020 ein vielversprechendes Comeback. Dabei erzielte sie Zeiten, von denen sie vorher nur geträumt hatte.

Ihr Glanzstück lieferte die Zehntklässlerin des Friedrich-Bährens-Gymnasiums in Schwerte bei den Deutschen Jugend-Hallenmeisterschaften in Neubrandenburg ab, als sie als Jüngste im Feld (Jahrgang 2004) mit ihrer neuen persönlichen Bestzeit von 55,06 Sekunden überraschend die Bronzemedaille gewann. "Diese Leistung kam für mich völlig unerwartet. Ich wäre schon mit einer hohen 55iger Zeit zufrieden gewesen," betont Anna Hense, die bereits im Vorlauf mit 55,91 Sekunden auf ihre Klasse aufmerksam gemacht hatte. Das Bemerkenswerte: Die Hallen-DM-Dritte absolvierte in Neubrandenburg erst ihr zweites 400m-Rennen in ihrer noch jungen Laufbahn und ist mit ihrem neuen Hausrekord zweitschnellste Viertelmeilerin des Jahrgangs 2004 in Europa.

Mihambo MihamboMalaika Mihambo ist mehr als eine Weitsprung-Weltmeisterin. Ein Mensch mit Weitblick, ein Mensch mit dem Gespür für den aktuellen Zeitgeist. Und dieses Gespür hat sie in Zeiten der Corona-Krise veranlasst, Grundschüler zum virtuellen Training in ihr Zuhause einzuladen: Zur täglichen Trainingsstunde mit der Weltmeisterin.

Herzsprung heißt das Projekt, mit dem Malaika Mihambo (LG Kurpfalz) gemeinsam mit dem Verein „Starkmacher“ Grundschüler zur täglichen Trainingsstunde um 10 Uhr in ihr Wohnzimmer holt. „Es sind unsichere Zeiten. Für uns Sportler, aber eben auch für alle“, sagt Malaika Mihambo und hat dabei vor allem die Kinder im Blick, die aktuell weder in die Schule noch zum Training in ihren Sportverein gehen können. „Auch wenn die Eltern sicher versuchen, die allgemeine Unsicherheit von ihnen fernzuhalten – Kinder haben feine Antennen und spüren so etwas dennoch. Wenn ich meinen kleinen Beitrag dazu leisten kann, ihrem Alltag auch in dieser Zeit etwas Struktur zu geben, sie für den Sport begeistern kann, dann möchte ich das gerne machen“, sagt die Sieben-Meter-Springerin.

Südafrika Pierre Ayadi jiKreisDie Nachrichtenlage änderte sich täglich, zum Schluss sogar fast stündlich. Das Coronavirus hat auch Südafrika erfasst. Daher musste DLV-Nachwuchs-Bundestrainer Pierre Ayadi das dreiwöchige Höhen-Trainingslager in Dullstroom mit seiner 40-köpfigen Gruppe in der vergangenen Woche zwei bzw. drei Tage früher als vorgesehen beenden.

Allerdings verdarb die Coronapandemie den Nachwuchs-Langstrecklerinnen und -Langstrecklern des DLV nicht ganz das Trainingslager in 2000 Meter Höhe. "Die Trainingsbedingungen waren optimal, das Wetter war gut, und die Gruppe hat sich bestens verstanden, sodass unter dem Abstrich mein Fazit sehr positiv ausfällt," bilanzierte Pierre Ayadi nach knapp drei Wochen harter Trainingsarbeit.
Wenn in Dullstroom morgens die Sonne herauskam, herrschten meist angenehme Temperaturen zwischen 20 und 26 Grad. "Man muss bedenken, dass wir uns immerhin in 2000 Meter Höhe befanden. Daher konnten wir mit diesen Werten sehr zufrieden sein- genauso wie mit den Trainingsanlagen, der Unterkunft und dem Essen. Alles stimmte, "betonte Pierre Ayadi.

Laufbild jiKörnighalle und Stadion Rote Erde sind geschlossen, somit stehen Dortmunds Leichtathleten vor der Herausforderung, nach alternativen Trainingsmöglichkeiten Ausschau zu halten. Das größte Problem ist, zielgerichtet zu trainieren, obwohl niemand weiß, für welches Ziel.

Stabhochspringer der LGO - Trainer Kai und Finn Atzbacher und Holger Kositzki Am schwierigsten ist zur Zeit die Situation für die Stabhochspringer, denn für sie gibt es außer den Anlagen im Stadion Rote Erde und in der Körnighalle keine Trainingsmöglichkeit für ihre Höhenflüge. „Techniktraining fällt derzeit aus. Trainingspläne für alle macht keinen Sinn, da ich die individuellen Möglichkeiten zu Hause nicht kenne.“, sagt Trainer Kai Atzbacher und stellt fest: „Jeder muss für sich Sprint, Sprungkraft und falls möglich, Krafttraining absolvieren. Eigeninitiative ist gefragt. Die Übungen kennt jeder. Viel mehr geht im Moment nicht.

Sanders Manuel Berlin nach 300m ji KreisDie Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften, die ursprünglich im Rahmen der Finals am 6./7. Juni in Braunschweig stattfinden sollten, werden aufgrund der aktuellen dynamischen Entwicklung in der Coronakrise und der Verschiebung der Olympischen Spiele 2021 neu terminiert.

„Die Titelkämpfe wurden für Anfang Juni festgelegt, um unseren Athleten/innen eine Qualifikationsmöglichkeit für die Olympischen Spiele in Tokio zu geben. Nachdem die Spiele jetzt auf 2021 verlegt worden sind, werden wir die Titelkämpfe im Sinne aller Athleten und Vereine auf einen neuen Termin verschieben, denn momentan gibt es deutschlandweit keine Chancengleichheit für alle Sportler was die Trainingsbedingungen und damit die Vorbereitung auf die DM betrifft. Derzeit suchen wir nach einer Alternative in der zweiten Sommerhälfte 2020. Sobald wir einen neuen Termin gefunden haben, werden wir umgehend informieren“, sagte DLV-Präsident Jürgen Kessing, der sich zuvor mit Christian A. Geiger, dem ersten Stadtrat und Vertreter des Oberbürgermeisters der Stadt Braunschweig, abgestimmt hatte.

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