Fußball Senioren

750c8aab136fce02c84c95e6f4daa9e1Als Martin Merkel und Sotirios Stratacis mit ihrem Doppelpack in den Schlusssekunden den höchsten Finalsieg seit elf Jahren perfekt machten, gab es auf dem Kunstrasen der ausverkauften Helmut-Körnig-Halle, der Spielerbank und im Fanblock des BSV Schüren kein Halten mehr: Mit dem 4:0-Erfolg über den Hombrucher SV war der lang ersehnte erste Titelgewinn bei der Dortmunder Hallenfußball-Stadtmeisterschaft perfekt.

Zum zehnten Mal hatte sich der Westfalenligist aus dem Süden der Stadt in der 36-jährigen Geschichte für die Endrunde qualifiziert, neunmal ging es dort zumindest bis ins Viertelfinale, zweimal sogar ins Endspiel. Beide Male waren sie ganz dran. Doch nach den knappen Niederlagen 2017 (gegen den Lüner SV) und 2018 (gegen den FC Brünninghausen), jeweils mit nur einem Tor Differenz, war die Enttäuschung groß.

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„Der Frust saß schon sehr tief bei uns allen“, erinnert sich Eyüp Cosgun, damals wie heute ein Protagonist der Mannschaft, „als sich jetzt diese neue Chance aufgetan hatte, wollten wir sie unbedingt nutzen. Und das hat man uns allen angemerkt. Vor dem Turnier hatte uns doch eigentlich keiner auf der Rechnung…“

Wirklich keiner? Nicht ganz. Zumindest Dimitrios Kalpakidis, bei den ersten beiden Finals noch Trainer des BSV Schüren und seit wenigen Wochen in gleicher Funktion beim TuS Bövinghausen unter Vertrag, hatte schon lange vor dem Halbfinalduell eine klare Meinung: „Schüren kann uns gefährlich werden“, warnte der 40-Jährige, der nach 2008 und 2010, damals als Spieler des TuS Eving-Lindenhorst, diesmal seinen dritten Titel angepeilt hatte. Er sollte mit seiner Prognose Recht behalten…

Eyüp Cosgun: "Erfahrung ist in der Halle eine besondere Qualität"
„Ja klar, Dimi weiß natürlich, was wir älteren Spieler wie Sascha Samulewicz, Sotirios Stratacis, Kamil Bednarski oder auch ich noch drauf haben“, so Torjäger Cosgun, „deshalb hatte er großen Respekt vor uns. Erfahrung ist in der Halle eine besondere Qualität. Auch das hat uns in diesem Jahr so stark gemacht.“ Tatsächlich bildeten die von ihm genannten Akteure bei Finalturnier in der Helmut-Körnig-Halle eine überragende Achse im Team von Trainer Artur Matlik.

Dass der BSV Schüren mit fünf Siegen aus fünf Spielen mit einer makellosen Bilanz durch die Endrunde marschierte, lag wieder einmal auch an Sascha Samulewicz, der zum zweiten Mal nach 2017 zum besten Torhüter des Turniers gewählt wurde. So groß die Freude über diesen persönlichen Erfolg auch war: „Der Stadtmeister-Titel“, sagt der Routinier, „ist natürlich ungleich wichtiger. Wir haben die ganze Zeit diese mega tolle Atmosphäre in der Halle aufgesogen und jetzt ist es ein total geiles Gefühl, diesen Triumph endlich eingefahren zu haben.“

„Samu“, der einst wie Eyüp Cosgun die ersten beiden Finals mit den Grün-Weißen verloren hatte, zeigte in jeder Partie seine Klasse. Besonders stolz machte ihn, „dass ich den Jungs auch im Finale gegen Hombruch zu Beginn zwei, dreimal helfen konnte und uns damit im Spiel gehalten habe“. Aber die beste Leistung habe das gesamte Team im packenden Halbfinale gegen Bövinghausen gezeigt, das die Schürener im Achtmeterschießen für sich entschieden hatten – auch, weil Sascha Samulewicz die Schüsse von Ali Abou-Saleh und Denis Ramadan meisterte. „Danach“, sagt der 33-Jährige, „war endgültig klar, dass die Zeit für den Titel jetzt reif sein könnte…“

Benjamin Bielmeier: "Niemand hat damit gerechnet, dass es so weit gehen würde"
Nachdem die erste Enttäuschung über das verloren gegangene Endspiel verflogen war, konnte auch der Hombrucher SV jubeln. „Ein riesen Kompliment an die Mannschaft, die Jungs haben einen super Job gemacht und mit dieser Vizemeisterschaft viel mehr erreicht, als wir erwartet haben“, zollte Vorsitzender Thomas Richarz allen ein dickes Lob.

Auch Benjamin Bielmeier, der den HSV in Abwesenheit des urlaubenden Chefcoaches Alex Enke als Spielertrainer erfolgreich durch Zwischen- und Endrunde geführt hatte, freute sich über so viel Anerkennung: „Es war ja tatsächlich so, dass nach den Kapriolen vor wenigen Wochen und den Abgängen einiger Spieler niemand wirklich wusste, wie die Halle für uns laufen würde. Man musste erstmal sehen, wie das alles funktioniert. Niemand hatte damit gerechnet, dass es für uns so weit gehen würde. Die Jungs haben sich nach dem Tiefpunkt beim 2:5 in der Zwischenrunde gegen Mengede kontinuierlich gesteigt, sich als Einheit präsentiert, sich geradezu aufgeopfert und sich diesen Erfolg redlich verdient.“

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Schon der zehnte Podestplatz für Hombruch
Ebenso wie Mit-Rekordhalter Westfalia Wickede hatte der Hombrucher SV seine 22. Endrunde bei der Dortmunder Hallenfußball-Stadtmeisterschaft bestritten. Was er dort in der Historie geleistet hat, ist bemerkenswert. Zwei Titel (2002 und 2003), fünf zweite (1994, 1999, 2000, 2001 und 2020) und dazu noch drei dritte Ränge (2008, 2009 und 2018) ergeben zusammen nicht weniger als zehn Podiumsplätze.

Beim bislang letzten Titelgewinn des HSV standen noch Detlef Bögershause und „Keule“ Burmann auf dem Parkett der Halle Wellinghofen – diesmal waren die beiden „Urgesteine“ wie in all den Jahren zuvor natürlich als Daumen drückende Zuschauer dabei. Für ihre Nachfolger im aktuellen Team um den in der Endrunde glänzend aufgelegten Kapitän Dominic Haake reichte es nicht ganz. Doch selbst in der ersten Enttäuschung über die Niederlage präsentierten sich alle im Hombrucher Lager als ausgesprochen faire Verlierer. „Schüren ist ein verdienter Stadtmeister“, sprach Benny Bielmeier stellvertretend für alle anderen.

Ihm selbst habe dieser erste Ausflug ins Trainergeschäft prima gefallen. „Es war schön, mal in diesen Job hinein zu riechen. Und es hat eine Menge Spaß gemacht, mit diesen Jungs zusammen gearbeitet zu haben.“ Der Erfolg tat ein Übriges. Und so ist es leicht nachvollziehbar, warum auch beim Hombrucher SV am Ende wirklich alle zufrieden waren.

Zu unseren Fotos: Nur strahlende Gesichter bei der Siegerehrung - bei Stadtmeister BSV Schüren (oben) genauso wie bei Vizemeister Hombrucher SV (unten). - Fotos: Schütze