Fußball Senioren


Geschafft: So jubelt der neue Kreispokalsieger TuS EichlinghofenFaustdicke Überraschung im Endspiel des kik-Kreispokals: Nicht der favorisierte Westfalenligist Lüner SV sicherte sich im Stadion an der Hövel in der letzten Partie des erstmals gemeinsam mit den Frauen durchgeführten Finaltags die Trophäe, sondern der in der Meisterschaft zwei Klassen tiefer angesiedelte Gastgeber TuS Eichlinghofen.

Vor einer stattlichen Kulisse – insgesamt 663 zahlende Fußballfreunde hatten am Himmelfahrtstag den Weg ins Eichlinghofer „Schmuckkästchen“ gefunden – setzte sich die Mannschaft von Trainer Marc Risse nach einer packenden und über weite Strecken auf gutem Niveau stehenden Begegnung im Elfmeterschießen durch. 3:3 stand es am Ende der regulären Spielzeit, nachdem der TuS zur Pause bereits mit 2:0 und durch einen späten Strafstoß-Treffer von Mohamed Chattibi (88.) noch einmal mit 3:2 geführt hatte. Doch fast mit dem Schlusspfiff rettete Ömer Karsli den LSV mit seinem Kopfballtor ins Elfmeterschießen.

Eichlinghofens Poklaheld Alexander Gehle Hier zeigte sich der Außenseiter nervenstark, als Nikolas Rose, erneut Mohamed Chattibi, Burak Cetinkaya und Kagan Atalay verwandelten. Nachdem auf Lüner Seite zunächst Marcel Ramsey und Ömer Karsli jeweils ausgeglichen hatten, drosch Jeffrey Malcherek das Spielgerät über das Tor, bevor Eichlinghofens Keeper Alexander Gehle den von Daniel Mikuljanac geschossenen Ball mit einer tollen Reaktion an die Querlatte lenkte – Endstand 7:5 für Eichlinghofen.

Entsprechend gut gelaunt präsentierte sich die Eichlinghofer Fangemeinde, die schon während der 90 Minuten viel Spaß an der Vorstellung ihrer Mannschaft hatte. Das gilt vor allem für den ersten Durchgang, in dem der Plan, den sich Marc Risse und seine Jungs zurecht gelegt hatten, voll aufgegangen war: „Wir wollten gegen einen offensiv starken Gegner tief stehen, den Lünern den Spaß nehmen und über Konter immer wieder Nadelstiche setzen. All das ist uns gelungen.“

Dazu erarbeitete sich der TuS vor der Pause ein deutliches Chancenplus. Die Führung nach 45 Minuten durch die schön herausgespielten Treffer von Nikolas Rose (31.) und Kagan Atalay (42.) war nach einer starken Leistung vollauf verdient.

Dieses Niveau konnten die Platzherren nach Wiederbeginn nicht mehr ganz halten. Gleich mit Anpfiff machte der LSV mächtig Druck, und nachdem Alex Gehle noch zweimal gegen Nico Plechaty (55.) und Yasin Acar (56.) stark parierte, war der Anschlusstreffer von Mirza Basic (71.) fast eine logische Folge Lüner Überlegenheit.

Nach dem Ausgleich durch Gian Luca Reis (81.) drohte die Partie sogar zu kippen. Doch als Jeffrey Malcherek einen Konter mit einem Foul an Kagan Atalay beendete und Mohamed Chattibi den fälligen Strafstoß zur Führung verwandelte, war der Pokalsieg wieder greifbar nahe. Bis die Party nach dem nochmaligen Ausgleich dann doch noch um ein paar Minuten nach hinten verschoben werden musste.

Risse überglücklich - Plechaty schwer enttäuscht
kik kreispokal„Das war ein tolles Saisonfinale und in gewisser Weise auch eine Entschädigung für die zuletzt wenig erfolgreichen Wochen in der Meisterschaft“, freute sich Marc Risse, „auch wenn am Ende die Kräfte ein wenig geschwunden sind, hat man gesehen, was diese Mannschaft punktuell zu leisten vermag. Schließlich haben wir nicht glücklich gewonnen, sondern verdient.“

Maßlos enttäuscht zeigte sich derweil Mario Plechaty nach seinem letzten Spiel als Trainer des Lüner SV. „Den Abschied nach sechseinhalb Jahren hatte ich mir natürlich gänzlich anders vorgestellt“, resümierte er nach einem über weite Strecken eher mäßigen Auftritt seines Teams. „Ein Elfmeterschießen“, so Plechaty weiter, „ist immer Glückssache. Aber geärgert hat mich vor allem der Auftritt vor der Pause, als wir den Gegner zu zwei Toren eingeladen haben, eine schlechte Körpersprache zeigten und von der ersten Minute an nicht das umsetzen konnten, was wir uns vorgenommen hatten.“

In den 16 Jahren, seitdem der Kreispokal ausgespielt wird, ist der TuS Eichlinghofen ist der insgesamt elfte Klub, der die Trophäe mit nach Hause nehmen durfte. Rekordgewinner ist Westfalia Wickede: der Westfalenligist holte den Cup von 2015 bis 2017 dreimal in Serie. Sowohl Eichlinghofen als auch Lünen haben sich für den Westfalenpokal der kommenden Saison qualifiziert. Dort ist der Kreis Dortmund außerdem mit dem Oberliga-Dritten ASC 09 und Landesliga-Aufsteiger TuS Bövinghausen vertreten.

FC Brünninghausen im Spiel um Platz drei ungefährdet
Abschied: Brünninghausens Arif Et verlässt den Platz.Weit weniger spektakulär als das Endspiel verlief die Partie um Platz drei, mit der dieser Pokal-Finaltag eröffnet worden war. Erwartungsgemäß deutlich mit 6:0 (4:0) hatte sich dabei Oberliga-Absteiger FC Brünninghausen gegen den A-Kreisligisten SF Ay Yildiz Derne durchgesetzt. 25 Minuten lang bot Außenseiter Ay Yildiz dem klaren Favoriten Paroli, hatte sogar zwei gute Möglichkeiten. Doch nach dem Führungstreffer durch Robin Gallus (25.) gab der FCB eindeutig den Ton an.

„Nach dem ersten Tor von Brünninghausen sind wir leider komplett eingebrochen“, urteilte Dernes Trainer Yasin Yanik ob der weiteren in kurzen Abständen folgenden Treffer von Luke Newman (29.), Sebastian Schröder (33.) und Nino Saka (36.). Nach Wiederbeginn machten dann Mohamed El Gattass (56.) und Hendrik Brauer (82.) das halbe Dutzend voll.

„Wir hatten sehr große Verletzungsprobleme, sogar vier Leute aus der Zweiten waren heute dabei“, so Yasin Yanik, „aber wir waren dennoch angereist, um gegen einen so namhaften Gegner das Beste herauszuholen.“ Sein Brünninghauser Kollege Maximilian Borchmann fand es okay, wie sich sein Team in die Sommerpause verabschiedet hat: „Es ist schon schwer, sich vier Tage nach dem Abstieg in die Westfalenliga noch einmal zu motivieren. In meiner Ansprache hatte ich das Spiel auch gar nicht thematisiert. Vielmehr habe ich mit den Jungs noch einmal die Rückrunde Revue passieren lassen. Ich hoffe, dass jeder aus dem, was er da erlebt hat, etwas für sich rausziehen kann. Und das jeder daraus lernt...“

Symbol KameraGeschafft: So jubelt der neue Kreispokalsieger TuS Eichlinghofen (Foto oben). Torhüter Alexander Gehle avancierte zu Eichlinghofens Pokalhelden (Foto Mitte). Brünninghausens Arif Et (Foto unten, rechts) verabschiedet sich mit dem Sieg im kleinen Finale und klatscht mit Teamkollege Mert Sahin ab. (Fotos: Schütze)