Fußball Senioren

Folty Berghofen editedDer hohe Favorit gab sich keine Blöße: Mit der beeindruckenden Gesamtbilanz von sieben Siegen und 33:0 Toren sicherte sich Regionalligist SpVg. Berghofen bei der 20. Hallenfußball-Stadtmeisterschaft der Frauen in der Halle Renninghausen in souveräner Manier den Titel. Im Finale bezwang die Mannschaft von Trainer Thomas Sulewski den TV Brechten mit 5:0.

Trotz der frühen Führung durch Sandra Ehrhardt (3.) verlief die Begegnung aber nicht so einseitig, wie es das Endresultat vermuten lässt. Erst in der zehnten Minute bedeutete der Treffer von Katharina Riehl zum 2:0 die Vorentscheidung, ehe Dortmunds aktuell bestes Frauenfußball-Team das Ergebnis mit drei Toren in den letzten zwei Minuten durch Annalena Krapp, Jennifer Kaleja und Antonia Maximiliane Dumancic noch in die Höhe schraubte. Es war der insgesamt siebte Triumph für Berghofen und der erste seit 2015.

Neben dem Bezirksligisten aus dem Norden der Stadt, der sich über den größten Erfolg der Vereinsgeschichte freuen durfte, jubelte auch der Wambeler SV, der ein ebenfalls starkes Turnier im Spiel um den dritten Platz mit einem 2:1-Erfolg über den Landesligisten und Titelverteidiger Eintracht Dorstfeld abrundete.

Wie von vielen Experten vermutet, war die SpVg. Berghofen eine Klasse für sich. Ohne jeden Wackler marschierte die Mannschaft durch das Turnier, gewann auch das mit Spannung erwartete Halbfinale gegen Eintracht Dorstfeld mit 3:0. Bereits nach wenigen Sekunden stellte Marie Grothe mit ihrem Führungstreffer die Weichen zum Sieg, ehe Corinna Dubbel (8.) per Achtmeter und Katharina Riehl (11.) für die Entscheidung sorgten. Der Traum vom vierten Titel in Serie war für die Dorstfelderinnen damit beendet.

Brechten erreicht Endspiel nach dramatischem Halbfinale gegen Wambel
Kreis logo neu jpegHöchst dramatisch verlief hingegen das erste Halbfinale zwischen Brechten und Wambel. Nach einer turbulenten Anfangsphase mit drei Toren in den ersten fünf Minuten lag der WSV bis in die Schlussminute hinein mit 2:1 vorne, ehe Ramona Stachel in der allerletzten Sekunde den Ausgleich markierte. Im folgenden Achtmeterschießen scheiterte Natascha Schröder an der starken Brechtener Torhüterin Katharina Abraham und Katharina Trump am Pfosten – Endstand 6:5 für Brechten.

Aber auch Eintracht Dorstfeld hatte ihr Erfolgserlebnis, wurde doch in der Zwischenrunde das prestigeträchtige Duell gegen den Landesliga-Rivalen SG Lütgendortmund nach einem überzeugenden Auftritt mit 3:1 gewonnen. Es war ein verdienter Lohn für die beste Turnierleistung des Titelverteidigers, der bis kurz vor Spielende mit 3:0 vorne gelegen hatte.

Nicht nur die Dorstfelderinnen steigerten sich am zweiten Tag, sondern auch der der Wambeler SV. Lediglich als Dritter der Vorrundengruppe 4 hatte das Team von Trainer Markus Schwarz die Zwischenrunde erreicht, bezwang dann aber im entscheidenden Spiel um den Einzug ins Halbfinale den bis dahin so überzeugenden TuS Eichlinghofen mit 3:0. Wie Meister Berghofen war auch der TV Brechten vor dem Endspiel noch ungeschlagen, qualifizierte sich in der Zwischenrunde allerdings nur aufgrund der besseren Tordifferenz gegenüber Westfalia Wickede für das Halbfinale. Bitter für die Westfalia, die damit ungeschlagen aus dem Turnier ausgeschieden war.

Wickede ungeschlagen ausgeschieden
Folty Spiel um Platz 3 53189 editedZu den wenigen Überraschungen der Vorrunde gehörte Wickedes 3:2-Erfolg über Titelverteidiger Eintracht Dorstfeld, mit dem sich das Team aus dem Osten der Stadt am Ende verlustpunktfrei den ersten Platz in der Gruppe 1 gesichert hatte. Die Eintrachtlerinnen kamen als Gruppenzweite zwar ebenfalls sicher weiter, mussten dann aber in der Zwischenrunde den schwereren Weg gehen, bekamen sie es dort doch bereits mit Liga-Konkurrent SG Lütgendortmund zu tun. Auch Vorjahres-Vizemeister Sportfreunde Nette patzte, erreichte lediglich aufgrund eines einzigen Treffers als Drittplatzierter der Gruppe 3 gerade noch den zweiten Turniertag, war in der Zwischenrunde aber chancenlos.

Ansonsten hatten sich die am höchsten gehandelten Mannschaften zum Turnierstart am Samstag durchgesetzt. Neben der SpVg. Berghofen (drei Siege und 17:0 Tore) gefielen auch Westfalia Wickede (vier Spiele, vier Siege), die SG Lütgendortmund (drei Spiele, drei Siege) sowie der TuS Eichlinghofen und der TV Brechten mit jeweils drei Siegen und einem Remis. In jener Gruppe 2 ging es zwischen diesen beiden am Ende punktgleichen Teams auch am engsten zu, wobei das Torverhältnis (19:2 gegenüber 12:2) klar für den Vorjahres-Vierten aus Eichlinghofen sprach.

Insgesamt aber wurde der Leistungsunterschied in vielen Begegnungen des Samstags naturgemäß doch schon recht deutlich, schließlich waren Mannschaften von der Kreisliga B bis hinauf zur Regionalliga am Start. Das änderte sich freilich, je länger das Turnier dauerte. Und am Ende eines spannenden zweiten Tages durfte Turnierchef Gisbert Dankowski wieder ein überaus erfreuliches Fazit ziehen: „Es war auch diesmal eine tolle Veranstaltung. Wir haben viele interessante Spiele gesehen, die Fairness wurde auf dem Spielfeld und auf den Rängen ausgesprochen groß geschrieben, organisatorisch hat, nicht zuletzt auch durch die gute Arbeit von Ausrichter Ay Yildiz Derne, alles reibungslos funktioniert und auch mit der Resonanz waren wir mehr als zufrieden.“ Insgesamt rund 600 Zuschauer sahen die Spiele an diesem Karnevals-Wochenende. Das zeugt vom hohen Stellenwert, den dieses Turnier nach wie vor in der lokalen Szene genießt.

Auszeichnungen für die besten Spielerinnen des Turniers
Folty Ehrungen 8563187 editedZur besten Spielerin des Turniers wählte die Jury Corinna Dubbel vom Meister SpVg. Berghofen, zur besten Torhüterin wurde Vanessa Schön von den Sportfreunden Nette auserkoren. Der Torjägerpokal ging an Sina Hübner (TuS Eichlinghofen) und Daniela Koj (Westfalia Huckarde), die jeweils achtmal einnetzten. Einen Sonderpreis verdiente sich Berghofens Physiotherapeut Robin Wolf, der, falls nötig, alle Spielerinnen behandelte, egal von welcher Mannschaft. Für so viel sportliche Fairness wurde er mit einem Einkaufs-Gutschein von Teamsport Philipp belohnt.

Unterstützt wurde die Hallenfußball-Stadtmeisterschaft der Frauen auch in diesem Jahr von Teamsport Philipp, der Kronen-Brauerei, Tedi und Getränke Weidlich. Allen Sponsoren gilt der ausdrückliche Dank des Kreises.

Die Trainerstimmen zum Turnier

Thomas Sulewski (SpVg. Berghofen): „Das Turnier ohne Gegentreffer gewonnen zu haben, ist natürlich schon etwas Besonderes. Wir sind angetreten, um den Titel zu holen, wurden der Favoritenrolle vollauf gerecht und haben uns souverän und unter dem Strich auch verdient durchgesetzt. Die Knieverletzung von Paula Peck am ersten Tag aber trübt bei uns die Freude. Wir hoffen sehr, dass sie uns auf dem Feld nicht so lange fehlen wird.“

Udo Zängerling (TV Brechten): „Wir sind mehr als zufrieden, denn zuvor hatten wir noch nie das Halbfinale erreicht und jetzt sind wir Vizemeister geworden. Insgesamt war das ein tolles Turnier der Mannschaft. Sie hat eine starke Moral bewiesen, als sie in zwei Spielen jeweils nach einem Rückstand noch einmal zurückgekommen ist. Das Endspiel konnten wir lange Zeit offen halten. Erst am Ende, als uns Berghofen vom Tempo her überlegen war, wurde der Klassenunterschied von drei Ligen deutlich.“

Markus Schwarz (Wambeler SV): „Das war eine sensationelle Leistung meiner Mannschaft. Der dritte Platz war viel mehr, als wir zuvor erwartet hatten. Nach dem ersten Tag, als wir ja nur als Tabellendritter weiter gekommen waren, haben wir uns ins Turnier reingearbeitet und die Zwischenrunde mit dem 3:0 gegen Eichlinghofen gekrönt. Ärgerlich und bitter war der Ausgleich im Halbfinale gegen Brechten in allerletzter Sekunde. Aber das war ein tolles und packendes Spiel.“

Frank Landener (Eintracht Dorstfeld): „Wir hatten das Halbfinale als Ziel ausgegeben und das haben wir auch erreicht, von daher war das okay und deshalb bin ich insgesamt auch zufrieden. Gegen Berghofen haben wir ein gutes Spiel abgeliefert, uns dabei aber so sehr verausgabt, dass im Spiel um Platz drei gegen Wambel die Kraft einfach nicht mehr reichte."

Symbol KameraBerghofens Frauen wurden ihrer Favoritenrolle gerecht, überlegen gewannen sie den Titel (großes Foto). Zu den Überraschungen gehörte der Wambeler SV, der als Dritter das Turnier beendete (Foto in der Mitte). Traditionell gab es auch wieder Auszeichnungen für die besten Spielerinnen des Turniers (Foto unten). Von links: Vanessa Schön, Kreisvorsitzender Jürgen Grondziewski, Corinna Dubbel, Susanne Dankowski von Teamsport Philipp und Daniela Koj.
(Fotos: Nils Foltynowicz)