Endspiel KreispokalDer diesjährige Sieger im Teamsport Philipp-Kreispokal der Frauen heißt SG Lütgendortmund. In einem überaus spannenden Finale am heimischen Crengeldanz setzte sich der Landesligist am Maifeiertag gegen den Liga-Konkurrenten DJK Eintracht Dorstfeld mit 6:5 (2:0, 3:3) nach Elfmeterschießen durch und wurde damit Nachfolger des SV Berghofen, der diesen Wettbewerb zuvor fünfmal nacheinander gewonnen hatte.

Für die Lütgendortmunderinnen war es der zweite Pokaltriumph nach 2012. Die Eintracht hingegen, die in der laufenden Meisterschafts-Saison beide direkte Duelle für sich entschieden hatte (4:2, 3:1) verlor auch ihr zweites Finale nach der deutlichen 1:9-Niederlage vor drei Jahren gegen Berghofen. Gleichzeitig verpasste die Mannschaft von Trainer Manfred Schulze nach dem Erfolg bei der Hallenfußball-Stadtmeisterschaft das Double.

Spielerin des Tages war SGL-Torhüterin Rebecca Heine, die sich schon bei Chancen von Elena Strautz, Elena Schmidt und Jennifer Liska auszeichnen konnte und im Elfmeterschießen drei von fünf Bällen parierte. Sie toppte damit am Ende sogar noch Elena Strautz, die in der regulären Spielzeit alle drei Dorstfelder Treffer erzielt hatte.

Die Partie nahm einen für viele überraschenden Verlauf. Die favorisierte Eintracht hatte zwar durch Elena Strautz die erste gute Tormöglichkeit (8.), doch nur drei Minuten später nutzte Caroline Junge auf der Gegenseite einen individuellen Fehler in der Gäste-Abwehr zur Führung, ehe Mounira Kassem nach einer Ecke per Kopf sogar auf 2:0 erhöhte (20.).

Rebecca Heine super - und Dana Albrecht macht den Triumph perfekt
PokalübergabeBis in die zweite Halbzeit hinein hielt die Mannschaft von Trainer Christian Sommer diesen Zwei-Tore-Vorsprung, ehe die Begegnung zu kippen schien: Elena Strautz hatte innerhalb von fünf Minuten gleich zweimal getroffen (58., 63.). Doch die Eintracht setzte nicht entscheidend nach und in der Schlussphase gestaltete die SGL das Geschehen wieder zusehends offener. Lohn war die erneute Führung, abermals nach einem Eckstoß durch Mounira Kassem (84.). Das war aber noch nicht die Entscheidung, denn drei Minuten später war auch Elena Strautz nach einer Ecke per Kopf zur Stelle – Verlängerung!

Hier meisterte Rebecca Heine die Schüsse von Elena Schmidt, Jennifer Beiteke und Pinar Yildirim. Eintracht-Torhüterin Stefanie Schreiber ließ sich zwar ihrerseits von Mounira Kassem nicht überwinden, dazu drosch Buket Aksözek den Ball über das Dorstfelder Tor. Unter großem Jubel ihrer Mitstreiterinnen machte schließlich Dana Albrecht mit dem letzten Schuss den Sieg der Heim-Mannschaft perfekt.

Die SG Lütgendortmund nimmt damit in der kommenden Saison neben dem SV Berghofen als Vertreter des Kreises Dortmund am Westfalenpokal teil. Als Regionalligist war Berghofen automatisch für den Wettbewerb auf Verbandsebene qualifiziert und daher diesmal nicht im Kreispokal am Start.

SG Lütgendortmund: Heine – Gibowski, Böcker, Akan, Lieber – Albrecht, Kassem, Gil, Konstantinidis, Kauß (55. Aksözek) – Junge - Eintracht Dorstfeld: Schreiber – Laura Schmidt, Klemke (16. Eickelmann, 46. Liska), Schlachzig, Witt – Beiteke, Harpeng, Yildirim, Röseler (89. Keck) – Elena Schmidt, Strautz – Tore: 1:0 Junge (11.), 2:0 Kassem (20.), 2:1 Strautz (58.), 2:2 Strautz (63.), 3:2 Kassem (84.), 3:3 Strautz (87.) – Elfmeterschießen: Elena Schmidt scheitert an Heine, 4:3 Lieber, 4:4 Strautz, 5:4 Junge, 5:5 Harpeng, Aksözek schießt über das Tor, Beiteke scheitert an Heine, Kassem scheitert an Schreiber, Yildirim scheitert an Heine, 6:5 Albrecht.

Stimmen zum FinaleFrauen Kreispokal

Christian Sommer (Trainer SG Lütgendortmund): „Nach unserer langen Durststrecke waren wir jetzt endlich mal dran. Wir haben viel geredet und uns vor dem Finale gesagt: Jetzt müssen auch Taten folgen. Natürlich gehört im Elfmeterschießen immer auch Glück dazu. Aber der große Kampfgeist und der unbedingte Wille, diese Partie zu gewinnen, haben letztlich für den Erfolg den Ausschlag gegeben – und natürlich unsere Torhüterin Rebecca Heine, die ein super Spiel gemacht hat.“

Manfred Schulze (Trainer Eintracht Dorstfeld): „Zwei individuelle Fehler sind gleich in den ersten 20 Minuten bestraft worden, das darf uns in diesen Situationen natürlich nicht passieren. Meine Mannschaft hat dann allerdings Moral gezeigt und ins Spiel zurückgefunden. Nach dem 2:2-Ausgleich hatten wir unsere beste Phase, da hätten wir die Begegnung zu unseren Gunsten entscheiden müssen. Aber insgesamt war Lütgendortmund heute lauffreudiger und hat daher nicht unverdient gewonnen.“

Gisbert Dankowski (Stellvertretender Kreisvorsitzender und Pokalspielleiter): „Es war ein spannendes Spiel und das Unentschieden war nach 90 Minuten ein gerechtes Ergebnis. Es gibt aber nun mal nur einen Sieger und am Ende hat mit der SG Lütgendortmund der Glücklichere gewonnen. Das war letztlich auch verdient, denn so eine Leistung hatte ich von dieser jungen Mannschaft nicht erwartet. Insgesamt war es eine gute Veranstaltung in einem angemessenen Rahmen. Auch mit der Zuschauer-Resonanz war ich zufrieden."

Symbol KameraGlückliche Sieger: Die Lütgendortmunderinnen setzten sich nach Elfmeterschießen durch.
(Fotos: Udo Stark)