Leichtathletik

Leif Gunkel jiAls Leif Gunkel (LG Olympia) vor rund drei Jahren in Göttingen sein anspruchsvolles Medizinstudium aufnahm, war man nicht sehr zuversichtlich, dass er als einer der viel versprechendsten deutschen Langstreckler seine aussichtsreichste Karriere fortsetzen könnte. Aber dann stellte man erstaunt fest, dass es der 20jährige eindrucksvoll schaffte, Studium und Sport weitgehend unter einen Hut zu bringen. Er bestritt zwar nicht mehr so zahlreiche Wettkämpfe wie zuvor, doch wenn er antrat wartete er mit ausgezeichneten Leistungen auf. So gewann er Ende 2016 überraschend den Silvesterlauf Werl – Soest, jüngst wurde er Vierter der deutschen Junioren – Meisterschaften im Halbmarathon und verhalf dem LGO – Team zum deutschen Meistertitel.

„Manchmal weiß ich selbst nicht, wie ich das schaffe.“, gesteht er und hofft: „Im nächsten Semester mache ich mein Physikum, und nach diesem Meilenstein habe ich vielleicht etwas mehr Zeit, mich meinem Sport auf hohem Niveau zu widmen.“ Zur Zeit ist sein Tag vor allem auf das Studium ausgerichtet, und das Laufen ist für ihn „die schönste Nebensache der Welt“. Dennoch findet er jeden Tag einmal Gelegenheit zum Training und sein Studienort bietet mit schönen Waldwegen und entlang der Leine viele Möglichkeiten. Während des Winters war es im jedoch nicht möglich in einer Halle zu trainieren und für ihn hieß es trotz Kälte, Schnee und Regen: „Einfach durchziehen.“ Allerdings war nicht zu vermeiden, dass das Training vor Klausuren auf ein Minimum schrumpfte. „In einer guten Woche schaffe ich etwa 100 Kilometer, wobei ich mehr Wert auf die Qualität als die Quantität lege. Dabei baue ich zwei Tempoeinheiten und Sprinttraining ein.“, berichtet er. Leif Gunkel pflegt die Freundschaft zu seiner früheren Trainingsgruppe und hält engen Kontakt: „So oft ich es zeitlich schaffe komme ich ein bis zwei Tage nach Dortmund, wir trainieren zusammen und unternehmen etwas und einen Schlafplatz habe ich bisher immer gefunden.“Gunkels Saisonziel ist, in diesem Jahr über 10000 Meter die 30 Minuten – Marke zu knacken. „2017 bin ich daran nur um 11 Sekunden gescheitert und bin zuversichtlich.“ Wenn es das Studium zulässt, will er auch auf den Unter – und Überdistanzen seine Hausrekorde angreifen und bei den deutschen Meisterschaften vorne mit laufen. Nach allem, was dem jungen LGOer mit seinem vorbildlichen Zeitmanagement bisher gelungen ist, sind diese Pläne realistisch.

Symbol KameraLeif Gunkel bringt Studium und Sport gut unter einen Hut; Foto: Horst Merz

TB Marterloh 25.04.18 jiAm Sonntagmittag gegen 13.00 Uhr war es wieder einmal vollendet. Völlig kaputt und übermüdet sehnten unsere jungen Athleten dem Ende des ersten Trainingslagers 2018 in der Willi-Weyer -Schule entgegen.

Zum mittlerweile zehnten Mal weilten 18 Kids, auch dank der Unterstützung durch den Hauptverein, mit Ihren beiden Trainern in der Sportschule Hachen im Sauerland zu einem dreitägigen Trainingslager.  Diesmal stand neben der Verbesserung der Koordination, die Schnell- und Maximalkraft auf dem Trainingsplan. Insgesamt neun Trainingseinheiten konnten die Teilnehmer auf dem hervorragend ausgestattetem Gelände der Sportschule absolvieren. Aufgrund der sehr guten Wetterbedingungen wurden sechs Trainingseinheiten auf der Kunststoffbahn des Außengeländes durchgeführt . Für einen optimalen Wechsel von Trainingsbelastung und Entspannung sorgten zwei Einheiten in der Mehrzweckhalle der Schule.

Käppler FranzsFranziska Käppler (LG Olympia) war 2017 die Senkrechtstarterin des Jahres der Dortmunder WU 20.

Die 18jährige, die bis dahin durch recht ordentliche 400 Meter auf sich aufmerksam gemacht hatte, wartete plötzlich über 800 Meter durch vorzügliche 2:10,28 Minuten auf. Sie erkämpfte bei den deutschen Jugend – Meisterschaften den dritten Platz über die klassische Mittelstrecke und gehörte zum 3 x 800 Meter – Trio der LGO, das in Erfurt mit der deutschen Jugendmeisterschaft glänzte.

Zu Beginn des Wintertrainings warf sie jedoch eine langwierige Verletzung zurück, und sie konnte in der Halle nicht ihre großen Chancen wahrnehmen. Jetzt meldete sie sich schmerzfrei zurück und weckte Hoffnungen, dass die LGO bei der Titelverteidigung nicht so ganz chancenlos sein würde. Noch wagt niemand eine Prognose, ob „Franzi“ bis zu den Hauptereignissen der Saison rechtzeitig wieder in Form kommen wird, da ihr fast ein halbes Jahr Grundlagentraining fehlt aber sie ist zuversichtlich: „Ich hatte mir für mein letztes Jahr in der Jugendklasse so viel vorgenommen, und jetzt muss ich sehen, dass ich rasch wieder in Schwung komme. Bis jetzt ist mir das nach einer Pause immer wieder gelungen.“

Symbol KameraFranziska Käppler hofft auf gute Leistungen in der Freiluftsaison; Foto: Horst Merz

Fiene Sebastian Horst Merz jiVor allem durch den Vereinswechsel von Gina Lückenkemper musste man sich bei der LG Olympia etwas einfallen lassen und war gezwungen, den Sprintbereich neu zu strukturieren. Inzwischen hat Sebastian Fiene Lückenkemper-Trainer Uli Kunst als Leiter des Sprintbereichs abgelöst. „Das ist für mich eine interessante Herausforderung, denn die Koordinierungsaufgaben sind vielfältig“, macht der ehemalige erfolgreiche Langsprinter deutlich und erklärt: „Unser Ziel muss es sein, Athleten aus der eigenen Jugend in den höheren Klassen auf nationaler Ebene zu etablieren.“

Um das zu erreichen und die Athleten in kleinen Gruppen individuell betreuen zu können, setzt Fiene auf ein Trainerteam mit Tim Issinger, Thomas Kremer, Uli Kunst, Oliver Kunz, Christof Neuhaus und Manfred Richter.Schon bei den deutschen Hallen-Meisterschaften auf heimischer Piste überraschten die LGOer angenehm und von fünf Einzelstartern sprinteten vier in die Top 8. Aushängeschild ist natürlich der durch Thomas Kremer betreute Torben Junker. Er wurde 400-Meter-Vizemeister, hat sich im nationalen Langsprint-Kader einen sicheren Platz erkämpft und die Europameisterschaften in Berlin fest im Visier. Johanna Bechthold, die ebenso wie Klara Leusch weiter auf Uli Kunst vertraut, drang bei der DM mit Bestzeit sogar in das 60-Meter-Finale vor und steht vor einer starken Sommersaison. Vielversprechende Fortschritte bewies Nina Braun schon in der Halle und Thomas Kremer erwartet von seinem Schützling im Sommer auch über 100 Meter weitere Steigerungen.

Grommisch Till Nores Max ji jiKreisDer verfrühte Sommer im April mit Temperaturen knapp unter 30 Grad machte den Läuferinnen und Läufern bei den NRW-Langstreckenmeisterschaften in Menden  ganz schön zu schaffen.

Im 5.000m-Lauf der Klasse U20 spielte Till Grommisch (TLV Germania Überruhr) auf den letzten 800 Metern seine enorme Sportkraft aus und erkämpfte sich den Titel in 15:49,42 Minuten vor Max Nores (LG Olympia Dortmund, 15:53,31 Min.) und Tom Thiemann  (LG Brillux Münster, 15:57,16 Min.). Der 19-jährige Sohn des früheren deutschen Crossmeisters Werner Grommisch (1986) gab im Huckenohlstadion sein Debüt auf der 5.000m-Distanz. Gerne hätte er die Norm von 15:45 Minuten für die deutschen Jugendmeisterschaften vom 27. bis 29. Juli in Rostock unterboten, doch die Hitze machte ihm einen Strich durch die Rechnung. Nun will er einen weiteren Versuch unternehmen- genauso wie Max Nores, der zum Jahresbeginn von der Aachener TG zur LG Olympia Dortmund stieß. Nores hat eine 5000m-Bestzeit von 15:21,83 Minuten. Zurzeit befindet er sich im Abitur. Anschließend möchte er in Bochum Sportwissenschaften studieren.  Im 2.000m-Lauf der Klasse W 14 verbesserte  Kira Schroeder (LG Olympia Dortmund) ihre persönliche Bestzeit auf starke 6:40,58 Minuten und knüpfte mit ihrem jüngsten  Erfolg  im Freien da an, wo sie in der Halle aufgehört hatte. „Mit dieser Zeit wird sie in ihrer Altersklasse ganz vorne in Deutschland stehen,“ kommentierte Dortmunds Coach Pierre Ayadi. Als sichere Siegerin der Klasse  W 14 löschte sie mit glänzenden 6:40,58 Minuten den 31 Jahre alten Kreisrekord von Nicole Lenfert aus den Listen und dürfte damit auch auf nationaler Ebene weit vorne rangieren. Bestzeiten verbuchten auch Karolina Haas (7:28,96) und Marie Meyer -Piton (7:28,68).

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